Windpark Gerbstedt:Brut- / Rastvogelkartierung

Sachsen-Anhalt (2005-2008)

Auftraggeber: e.n.o. energy project GmbH

Für die Ermittlung der Auswirkungen einer Windparkerweiterung bei Gerbstedt im Mansfelder Land wurde in den Jahren 2005 und 2006 auf einer Fläche von ca. 350 ha die Nutzung des Gebiets durch Brut- und Rastvögel untersucht. 

Besondere Beachtung erfährt im Zusammenhang mit der Windenergie-Planung der Rotmilan, der vergleichsweise häufig an Windenergieanlagen verunglückt. Diese gelten inzwischen als die häufigste Verlustursache beim Rotmilan, wobei der Anteil anthropogener Verluste ohnehin sehr hoch ist. Das Land Sachsen-Anhalt, in dem das überplante Gebiet liegt, weist für diese bestandsgefährdete Art die höchsten Brutdichten Mitteleuropas auf. 

Im Ergebnis der Untersuchungen wurde für das Untersuchungsgebiet eine lediglich lokale Bedeutung als Lebensraum für Brutvögel, auf Teilflächen auch eine regionale Bedeutung festgestellt. Eine überregionale Bedeutung besitzt das Gebiet demgegenüber als Gastvogellebensraum, bedingt durch große Rastvorkommen von Kiebitzen zur Zugzeit. Es ist außerdem Durchzugsgebiet für Kraniche und Gänse.

Um eine Einschätzung möglicher Auswirkungen des Vorhabens auf die Brutbestände von Rot- und Schwarzmilan vornehmen zu können, wurde zwischen April und Juli 2007 in einem Gebiet von 40 km² Größe eine Kontrolle bekannter Greifvogelhorste durchgeführt und der Bruterfolg von Rot- und Schwarzmilan im Gebiet ermittelt. Dabei wurden vier Rotmilan- und zwei Schwarzmilanreviere festgestellt. Diesen Ergebnissen wurde durch die Anpassung der Anlagenstandorte sowie die Planung großflächiger Ausgleichsmaßnahmen in Form von Rotmilan-Nahrungsflächen Rechnung getragen.